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Hoher Stromverbrauch? Backofen aufs Sparen trimmen

Leckere Gerichte aus dem Backofen zählen für viele von uns zu einem gelungenen Abend oder einer kleinen Feier dazu – vor allem, wenn sie mit Herz und frischen Zutaten zubereitet wurden. Backen oder kochen Sie aktiv, wird es Sie nicht überraschen, dass Backofen und Herd neben dem Kühlschrank zwei der größten Stromverbraucher in der Küche sind. Werden diese Geräte oft genutzt, macht sich das in der Stromrechnung mit hoher Wahrscheinlichkeit bemerkbar – gerade bei den zuletzt deutlich gestiegenen Strompreisen kann das finanziell schmerzhaft sein. Daher ist es umso wichtiger, dass Sie sich darüber informieren, wie viel Strom Ihr Backofen und Herd verbrauchen beziehungsweise wie energieeffizient diese Küchengeräte arbeiten.

Zu hoher Stromverbrauch: Herd und Backofen auf Sparkurs bringen

Nach Angaben des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz entfallen in einem durchschnittlichen Drei-Personen-Haushalt rund elf Prozent des jährlichen Stromverbrauchs auf die Bereiche Kochen und Backen. Fast jeder Haushalt weist heute einen Backofen und einen Herd auf. Dabei kostet der Strom für den Betrieb von Backofen und Herd zwar pro durchschnittlicher Nutzung lediglich einen Centbetrag, doch bei entsprechend häufiger Nutzung können allein für die Nutzung von Backofen und Herd im Jahr dreistellige Euro-Beträge fällig werden. Der endgültige Verbrauch ist davon abhängig, welche Programme Sie für Ihren Backofen oder Ihren Herd benutzen. Daher haben wir Ihnen hier einige hilfreiche Tipps zum Thema zusammengestellt.

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1. Umluft statt Ober-/Unterhitze im Ofen: Stromverbrauch sinkt

Sicherlich kennen Sie die unterschiedlichen Temperaturangaben in den Zubereitungshinweisen für Fertiggerichte oder in Rezepte: “200 °C bei Ober-/Unterhitze oder 180 °C bei Umluft” dürften Sie schon einmal irgendwo gelesen haben. Tatsächlich steigt der Ofen-Stromverbrauch mit höherer Temperatur deutlich an, während die Art des Backvorgangs den Stromverbrauch deutlich weniger stark beeinflusst. Das heißt: Backen bei niedrigerer Temperatur und Umluft ist sparsamer als bei höherer Temperatur und Ober-/Unterhitze. Bis zu 20 Prozent Ersparnis lassen sich erzielen, wenn der Backofen bei Umluft etwa 20 bis 30 °C weniger heiß eingestellt wird als für den vergleichbaren Vorgang mit Ober-/Unterhitze. Wer beim Stromverbrauch Backofen und die eigene Kochtätigkeit ins Visier nehmen will, findet hier also eine gute Lösung, Strom und damit am Ende des Jahres bares Geld zu sparen. Dieser Tipp klappt nicht für alle, aber sehr viele Lebensmittel.

2. Aufs Vorheizen verzichten

Beim Vorheizen des Backofens wird der Backofen erwärmt, ohne dass tatsächlich etwas darin steht. Klingt wie Energieverschwendung? Ist es in den meisten Fällen auch. Wie also senken Sie hier den Stromverbrauch? Backöfen mit moderner Ausstattung benötigen in aller Regel keine Vorheizzeit mehr, weil die benötigte Wärme sehr schnell generiert wird. Auf viele Lebensmittel, die im Backofen erwärmt oder gebacken werden, trifft das ebenfalls zu: Für Gerichte, die gar keine Kruste bilden oder dies erst später im Backvorgang tun, bringt die Zeit des Vorheizens im Allgemeinen wenig. Für temperaturempfindliche Lebensmittel wie Brot kann das Vorheizen dagegen weiterhin sehr wertvoll sein – entscheiden Sie also im Einzelfall.

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3. Richtig mit Pfannen und Töpfen umgehen

Durch die korrekte Verwendung der richtigen Pfannen und Töpfe lässt sich beim Kochen auf der Herdplatte ebenfalls Strom sparen. Verwenden Sie zu diesem Zweck Töpfe und Pfannen, die zur Größe der Herdplatte passen. Sind Topf oder Pfanne zu klein, wird Energie verschwendet, da ein Teil der Hitze verloren geht. Ist der Topf oder die Pfanne zu groß, wird wiederum Energie verschwendet, da die Hitze die Seiten des Topfes oder der Pfanne erreicht, anstatt das Essen zu erwärmen. Verwenden Sie außerdem einen Deckel, wenn Sie Essen kochen oder braten. Dadurch bleibt die Hitze im Topf oder in der Pfanne und es wird weniger Energie benötigt, um das Essen zu erwärmen. Viele Rezepte geben an, wann der Deckel abgenommen werden sollte oder es ergibt sich aus dem Zusammenhang, etwa beim Reduzieren von Soßen oder dem Verdicken von Suppen.

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4. Halten Sie die Ofentür geschlossen

Vermeiden Sie es, während des Backvorgangs unnötig die Backofentür zu öffnen, denn dabei entweicht heiße Luft aus dem Backofen und kühlere Luft dringt ein. Dadurch sinkt die Temperatur im Backofen und muss nach dem Schließen der Ofentür erst wieder erreicht werden. Öffnen Sie die Backofentür beim Backen von Gebäck und Teig also am besten nur für die Stäbchenprobe. Müssen Sie bei einem Gericht, das sich im Backofen befindet, den nächsten Schritt im Rezept durchführen, z. B. das Hinzufügen von Zutaten oder das Begießen mit Fett oder Soße, entnehmen Sie das Blech am besten vollständig, setzen Sie es auf einer geeigneten Oberfläche ab und schließen Sie die Backofentür in der Zwischenzeit wieder.

5. Nutzen Sie die Restwärme von Herdplatten oder Ofen

Wenn Sie den Backofen abschalten, bleibt für einige Zeit noch Restwärme im Backofen, ehe sich die Luft im Innern vollständig abkühlt. Möchten Sie Strom sparen, schalten Sie den Backofen einige Minuten vor dem Ende der anvisierten Garzeit aus und lassen Sie die Restwärme das übrige Garen übernehmen. Ähnliches funktioniert auch bei vielen Herdplatten, vor allem bei älteren, gusseisernen Modellen. Diese erwärmen sich zwar langsamer, bleiben dafür aber auch wesentlich länger heiß. Da sie außerdem von allen Alternativen für die Herdplatte den höchsten Stromverbrauch haben, lassen Sie also die bereits aufgewendete Energie weiter für sich arbeiten, ohne dass Sie weiter Strom und damit Geld in die Garzeit stecken müssen.

6. Reinigen Sie Ihren Backofen selbst

Viele moderne Backöfen besitzen mittlerweile eine Selbstreinigungsfunktion, die sogenannte Pyrolyse. An sich eine schlaue, zeitsparende Funktion – aber auch eine, die vor allem bei häufiger Nutzung ins Geld gehen kann. Hartnäckige Rückstände vom Backen und Braten werden durch hohe Hitze in leicht zu reinigende Asche verwandelt. Das Innere des Backofens heizt sich dabei auf bis zu 500 °C auf, was deutlich mehr ist, als Sie für die eigentliche Anwendung erreichen können. Da ist es klar, dass auch der Stromverbrauch noch einmal kräftig steigt. Eine Pyrolyse braucht bis zu sechs Kilowattstunden Strom – je nach Ihrem aktuellen Tarif können das also mehrere Euro pro Anwendung sein.

Dennoch hat die Pyrolyse-Funktion einen Vorteil: Backöfen mit Selbstreinigungsprogramm sind aufgrund der hohen Temperaturen, die dabei im Inneren des Ofens entstehen, in aller Regel besser gedämmt. Beim normalen Backen sparen Sie also wahrscheinlich sogar etwas Strom. Natürlich brauchen Sie die praktische Funktion also nicht ganz aus Ihrem Alltag zu verbannen, doch seien Sie sich bewusst, dass je nach Häufigkeit der Nutzung deutliche Mehrkosten entstehen können. Wenn Sie den Backofen wie andere Haushaltsgeräte selbst reinigen, bleiben Ihnen diese erspart.

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Hoher oder niedriger Stromverbrauch? Backofen-Effizienzklassen

Die aktuellen EU-Regelungen für Backöfen betreffen die Energieverbrauchskennzeichnung von Haushaltsbacköfen und enthalten Anforderungen an die Energieeffizienz und die Backofengröße. Berechnet wird die Energieeffizienz des Geräts anhand der Backröhre. Der Stromverbrauch des Backofens wird dabei in der Regel für die Heizarten Ober-/Unterhitze und Umluft angegeben – Umluft und niedrige Temperatur sparen wie bereits erwähnt im Vergleich Energie ein. Sind Ihnen die Gesamtkosten wichtiger als die Größe des Backofens, schauen Sie sich unbedingt diese Werte an, denn ein Backofen mit großer Backröhre kann für seine Größe sehr effizient arbeiten und entsprechend ein sehr gutes Label vorweisen, dabei aber trotzdem vergleichsweise viel Strom verbrauchen, weil die Backröhre größer ist.

Stromverbrauch Backofen: Klassensystem erklärt

Die Verordnung legt Energieeffizienzklassen von A+++ bis D fest, wobei A+++ die effizienteste Klasse ist. Bereits Backöfen der Effizienzklasse B haben einen für heutige Verhältnisse eigentlich nicht mehr angemessenen Stromverbrauch. Backofen-Angebote gibt es daher in der Regel ab Energieeffizienzklasse A. A und A+ weisen mit Abstand die meisten Angebote auf. A++-Backöfen sind nur in kleiner Zahl am Markt vertreten und dabei meistens sehr teuer. A+++-Backöfen gibt es im freien Handel praktisch nicht.

Einen wichtigen Einfluss auf den Energieverbrauch hat die Isolation der Glasscheibe. Dreifach verglaste Backofentüren weisen wesentlich bessere Werte auf und sind außerdem bei Berührung von außen wesentlich kühler. Das senkt das Verletzungsrisiko vor allem bei Kindern und Haustieren.

Stromverbrauch Herd: kein eigenes Label

Wichtig bei der Bewertung eines Backofens anhand der Energieeffizienzklasse: Über die angeschlossene Einheit für den Herd gibt das Label keine Auskunft. Tatsächlich gibt es keine Einordnung für Herdplatten anhand von Energieeffizienzklassen – auch nicht, sollten sie separat verkauft werden. Dennoch können Sie sich grob daran halten, dass Induktionsherde die höchste Energieeffizienz aufweisen, denn die Wärme wird hier lediglich durch elektromagnetische Felder im Boden des Topfes erzeugt – das eigentliche Kochfeld bleibt kalt. Gegenüber alten Gussplatten ist der Stromverbrauch um etwa 40 Prozent niedriger, Glaskeramik-Felder liegen dazwischen. Allerdings sind beim Induktionsherd auch die Anschaffungskosten höher, zudem benötigen Sie spezielle Töpfe und Pfannen. Geht es Ihnen allein um das Thema Geld, bieten also Glaskeramik-Felder mit Infrarot- oder Halogen-Kochzonen den besten Mix aus Effizienz und Anschaffungskosten.

Effizienter oder weniger Stromverbrauch? Backofen und Minibackofen

Ein Minibackofen kann deutlich weniger Strom verbrauchen als ein großer Backofen, aber in einer schlechteren Energieeffizienzklasse einsortiert sein. Das liegt daran, dass seine Effizienz trotz des niedrigeren Verbrauchs aufgrund der sehr kleinen Backröhre geringer sein kann.

Stromverbrauch Backofen: alt & neu

Im Allgemeinen sind neue Backöfen energieeffizienter als alte Backöfen, was bedeutet, dass sie weniger Strom verbrauchen, um die gleiche Menge an Wärme zu erzeugen. Der genaue Unterschied im Stromverbrauch hängt jedoch von verschiedenen Faktoren ab, zum Beispiel dem Alter des alten Backofens, der Größe und dem Modell des neuen Backofens sowie der Häufigkeit der Nutzung.

Vergleichen Sie einen typischen alten Backofen, der vor zehn bis 15 Jahren hergestellt wurde, mit einem neuen Backofen, können Sie davon ausgehen, dass der neue Backofen etwa 30 bis 50 % weniger Strom verbraucht als der alte Backofen. Dies liegt hauptsächlich daran, dass neue Backöfen mit effizienteren Heizelementen und besseren Isoliermaterialien hergestellt werden, die den Wärmeverlust minimieren und somit den Stromverbrauch senken.

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Der genaue Stromverbrauch jedes Backofens hängt aber immer noch von verschiedenen Faktoren ab wie der Art des zubereiteten Gerichts, der Dauer der Backzeit und der Temperatur, auf die der Backofen eingestellt ist. Genaue Vergleiche werden daher in der tatsächlichen Nutzung immer eine gewisse Fluktuation aufweisen.

Fazit

Sie sorgen sich in Ihrem Haushalt um den Stromverbrauch? Backofen und Herdplatten sind einer der größten individuellen Verbraucher.  Doch wie senken Sie den Energieverbrauch? Backofen und Herd sind heute zwar deutlich effizienter als noch vor einigen Jahren, dennoch reicht allein diese Ersparnis zur Amortisation nicht aus. Daher gibt es verschiedene Tipps, die Sie anwenden können, um den Stromverbrauch Ihres Backofens effektiv zu senken: Nutzen Sie Restwärme, verzichten Sie auf die Selbstreinigung und verzichten Sie aufs Vorheizen – dies sind nur ein paar der Hinweise, die Sie für einen niedrigeren Stromverbrauch Ihres Backofens umsetzen können.

FAQ – Häufig gestellte Fragen zum Thema “Stromverbrauch Backofen”

1. Was verbraucht ein alter Backofen?

Ein Backofen verbraucht je nach Alter und Modell unterschiedlich viel Energie. Besitzen Sie einen älteren Backofen, verbraucht dieser aller Wahrscheinlichkeit nach mehr Energie als die neuesten Modelle. Der Energieverbrauch eines älteren Backofens kann dabei mehr als doppelt so viel Strom verbrauchen wie ein modernes Gerät, das dabei deutlich mehr Funktionen bietet.

2. Wie viel Strom verbraucht ein Herd?

Je nach gewählter Temperatur und Programm verbraucht ein Herd unterschiedlich viel Strom. Bei Umluft können Sie mit niedrigeren Temperaturen rechnen als bei Ober-/Unterhitze – das spart bei jeder Nutzung Strom. Moderne Gräte erreichen bei moderaten Temperaturen Verbräuche von deutlich weniger als 1 kW/h. Größter “Stromfresser“ ist bei modernen Backöfen die Selbstreinigung. Überlegen Sie sich also, ob Sie Ihren Backofen lieber selbst reinigen möchten.

3. Wie viel Strom verbraucht ein Backofen bei 200 Grad?

Ein Backofen bei 200 °C verbraucht je nach Modell zwischen 1 und 2 kW/h. Die benötigte Temperatur kann aber durch die Wahl eines anderen Backprogramms verringert werden. Backen Sie mit 200 °C und Ober-/Unterhitze, können Sie mit Umluft die Temperatur auf 170 bis 180 °C senken.

4. Ist der Backofen ein Stromfresser?

Nein, ein moderner Backofen ist in der Regel kein besonders großer Stromfresser mehr. Heutzutage sind die meisten Backöfen mit einem Energieeffizienzlabel versehen, sodass Sie sich sicher sein können, dass Ihr Backofen nicht zu viel Strom verbraucht. Dennoch gehört der Backofen aufgrund der vergleichsweise häufigen Nutzung  zu den größten Verbrauchern im Haushalt – bis zu 10 % der jährlichen Stromkosten können bei regelmäßiger Verwendung dem Backofen zugerechnet werden.

Zudem können Sie einige einfache Richtlinien beachten, um den Stromverbrauch Ihres Backofens zu optimieren. Zum Beispiel brauchen Sie den Backofen in vielen Fällen nicht vorzuheizen. Lediglich empfindliche Lebensmittel profitieren vom schnellen Erhitzen durch den vorgeheizten Backofen, darunter Fleisch und einige Teige wie Biskuit- und Brandteig. Auch Soufflés können by mangelnder Hitze schnell zusammenfallen. Außerdem ist es empfehlenswert, die Backofentür so selten wie möglich zu öffnen und Restwärme zu nutzen, um Ihr Gericht fertig zu garen.

Es lohnt sich auch, einen Blick auf die Funktionen Ihres Backofens zu werfen. Einige Backöfen verfügen zum Beispiel über spezielle Energiesparfunktionen wie eine Schnellaufheizfunktion, die den Stromverbrauch senken kann. Viele Geräte haben heutzutage außerdem einen Energiesparmodus, der aber oft nur einige Prozente an Strom einspart.


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